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Thema: So schnell ändern sich die Mäuschen ...


Seit Mitte des Jahres hatten wir hier viele Veränderungen.
Zuerst der Tod von Tinkerbell, dann der Einzug der 3 Neuen und nun auch noch der Tod von Sally.
Dazwischen kamen nötige Käfig-Umbauten und viele Sorgen rund um Vergesellschaftung und Gesundheit der Tiere.
Zum Nachdenken kam ich da eher weniger. Alles ging so schnell.
Mindestens genauso schnell hat sich hier das Verhalten und der Charakter unserer Mitbewohner geändert.
Lucy war über 2 Jahre lang unser Flipper, schlank und wendig, immer unterwegs, immer zuerst da und gegen alles renitent.
Als ihre Schwester starb, war die aufeinmal nicht mehr da. Lucy verkroch sich sofort ins Nest und kam nur noch kurz zum Fressen raus.
War ja auch klar: sie hat ihrer Schwester Tink immer das Nest gebaut, die Gänge gebuddelt und ihr Futter ans Nest geschleppt, als diese sich die Vorderpfote vertreten hatte.
Lucy hatte von jetzt auf gleich nichts mehr zum Betüddeln.
Deswegen kamen wir auch recht schnell zu der Entscheidung, dass sie jemanden braucht, und haben die Kleinen schon ein paar Tage später zu uns genommen.
Alles ging gut und die Vergesellschaftung klappte reibungslos innerhalb von 2 Wochen.
Seitdem hat Lucy sich komplett gewandelt.
Sie ist jetzt die stoische Adoptivmutter mit ganz viel Ruhe und Geduld, und wird nie aggressiv gegenüber 'ihren Kindern'. Natürlich geht sie auch mal mit direkter Bestimmtheit gegen die Rangordnungs-Übernahmeversuche der Kleinen vor. Aber alles bleibt immer im Rahmen.
Seit sie mit den Kleinen nun ein Zuhause teilt, sehe ich sie sehr oft einfach so im Käfig sitzen und dösen. Das hat sie vorher nie gemacht.
Aufgeplustert, zusammengerollt, halb offene Augen - während die Kleinen um sie herum toben und auf ihr herumklettern.
Nun ist genau das Kind gestorben, welches immer an ihrer Seite klebte. Der Stundenlange Versuch, mich auf die tote Maus aufmerksam zu machen, die tief unten im Nest lag, und gleichzeitig sich selbst zu schützen und Keimbildung zu vermeiden, hat Spuren hinterlassen.
Alle verbliebenen Mäuse waren mehrere Tage lang immer wieder völlig durcheinander.
Die Rangordnung musste auch neu bestimmt werden. Das brachte alles Unruhe, die wir nun aber überstanden haben.
Da die Rangordnung jetzt geklärt ist, kann man sehen, dass sich etwas grundlegend geändert hat.
Cassiopaia hat sich vorher immer aus allem rausgehalten. Da dachte ich, dass sie ganz unten in der Folge ist und sich erlaubt, machen zu können, was sie will. Ich habe sie immer als ein bißchen verschlagen und hinterhältig erlebt - ohne das negativ zu meinen.
Ich fands lustig. Sie hat ihren Babystatus immer sehr ausgenutzt.
"Ich bin ja sooo süüüßßß!!!!"
Am Tag, als Sally starb, war sie aufmal außen vor. Sie hat sich nur abgekapselt von Lucy und Charlie. Und wieder kam die Angst auf, dass jetzt alles auseinander bricht.
Einzuschätzen, wer jetzt wen ausstößt, konnte ich bis zum Abend auch nicht richtig.
Einmal ist Lucy auf Cassi zugegangen und hat auf die Mütze gekriegt. Dann hat Cassi sich zum Nest gewat und böse Anranzer von Lucy gekriegt.
Dann lief am Abend aber alles zum Glück wieder gut und sie kuschelten alle 3 gemeinsam im Nest.
Trotzdem hat Cassiopaia sich stark verändert. Sie ist nicht komplett aus der Gruppe ausgestoßen, geht aber merklich ihre eigenen Wege.
Und uns Menschen gegenüber ist sie sehr ängstlich geworden. Sie nimmt nicht mal mehr Futter aus der Hand an und verschwindet, sobald ich sie von außen anspreche.
Vielleicht liegt das daran, dass sie jetzt wirklich schutzlos an der letzten Rangordnungsstelle steht. Vorher war da eben noch Sally, um die sich die anderen gekümmert haben.
Da konnte Cassi machen, was sie wollte. Bevor jemand gemerkt hat, was sie angestellt hatte, war sie längst weg!!!
So ist der Lauf der Dinge. Nichts bleibt wie es ist.
Die Familie bemüht sich inzwischen geschlossen darum, dass es Cassiopaia wieder besser geht. Ich achte darauf, dass die anderen auch nicht zu kurz kommen.
Gestern blitzte aufmal wieder kurz Cassiopaias altes Temperament auf und heute hat sie das erste Mal wieder Futter aus meiner Hand genommen. Es wird also besser.
Lucy hat nach dem Tod der 2. Freundin gemerkt, dass sie noch besser aufpassen muss auf ihre Kleinen. Sie sieht sie jetzt noch mehr als ihre schutzbedürftigen Kinder an und verteidigt sie mit energischem stubsen und beißen gegen die Menschen.
Bleibt aber auch weiter alles im Rahmen! Bisher ist noch kein Blut geflossen!
Die Kinder mache ich ständig auf Vorsicht gegenüber Lucy aufmerksam, sage ihnen aber auch, dass sie die Große auch beachten müssen - ein gesundes Maß an Vorsicht und Aufmerksamkeit eben.
Die weitere Entwicklung wird spannend.
Lucy ist schon 2,5 Jahre alt und wird wohl vor den Kleinen gehen. Was dann passiert, steht genauso in den Sternen, wie die bisherige Entwicklung.
Aber das macht das Ganze doch gleich nochmal wieder spannender und auf jeden Fall interessant.
Unser Leben mit den 3 Rennmäusen wird nie langweilig!
....



Hallo Nadine,

das hast Du aber sehr schön festgehalten. Das liest sich richtig super.

Ich kann auch bestätigen, dass es mit den Rennern nie langweilig wird. Da gibt es immer was zu tun, auf irgend was aufzupassen - und trotzdem machen einem die Renner dann einen Strich durch die Rechnung und man muß wieder umplanen. Aber so ist das reale Leben nun Mal.
Gut ist, dass die Drei noch eine Gruppe sind und hoffentlich auch bleiben. Der große Altersunterschied ist sehr oft hilfreich dabei. ;-)

Euer
Clan of little Angels

http://www.little-angels-clan.de/




Heute Vormittag haben wir den ersten Tierarztbesuch gemacht.
War aufregend für alle Beteiligten.
Aber die TA war vollauf zufrieden mit unseren Dreien.
Gut genährt, agil, glänzendes Fell. Sie hat in Schnäuzchen und Ohren gesehen, abgetastet und abgehorcht.
Keine Auffälligkeiten.
Lucy hat mir 2 Mal herzhaft (Blutig!) in den Finger gebissen, Charlie hat vor lauter Stress ihren kompletten Blaseninhalt über meine Hand verteilt und alle 3 haben gehaart, wie ein Hund beim Fellwechsel!!!
Wieder zuhause sind sie ganz schnell in ihr Nest verschwunden und schlafen jetzt den Schlaf der gestressten.
Werd sie am Nachmittag nochmal vorsichtig wach machen. Bin doch noch sehr unruhig nach Sallys Stresstod, der jetzt schon 10 Tage her ist, aber noch lange nicht verwunden.
Werd mal sehen, ob ich nach der Sache heute wieder von vorne anfangen muss mit zutraulich machen oder ob die Kleinen es besser verwunden haben, als ich denke.
....



Na, das hört sich doch gut an. Normalerweise muß man nicht von vorne anfangen. Aber jede Maus ist nunmal anders. Einfach ausprobieren.
Drücke die Daumen, dass alle nach dem Schlaf wieder normal sind.

Euer
Clan of little Angels

http://www.little-angels-clan.de/


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Hier darf jeder seine Meinung sagen, wilde Thesen aufstellen und behaupten Rennmäuse stammen vom Mars. Kein Problem, solange man niemanden persönlich angreift! Antworten sollen sich auf den Beitrag beziehen, nicht auf den Autor! Der Ton macht die Musik