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Thema: Mein Weg mit Gott


Wie wird jemand ein Zeuge Jehovas?
Entweder er wird reingeboren, so wie ich.
Es gibt aber auch Menschen die Probleme haben in ihrem Leben und aufgrund dessen nach Antworten suchen mögen.
Solche sind dann welche, wo der Zeuge Jehovas immer wieder gerne vorspricht, was man ihm auch löblich als christliche Eigenschaft nachgesagt werden kann.
Er denkt, er tue mit der Reklame für die eigene Konfession demjenigen was gutes.
Vermitteln von biblischen Wahrheiten, welche die unbiblische Auslegung einer Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas beinhaltet, um gerettet zu werden......
Wenn sie doch nur bei der Wahrheit aus der Bibel bleiben würden!
Doch leider gibt es die Unwissenheit.
Was ist Christsein?
Christen gibt es nunmehr seid Jahrhunderten in den verschiedensten Gruppierungen.
Zeugen Jehovas, mit der Wachtturmgesellschaft als den Verursacher einer neuen christlichen Splittergruppe, gibt es erst seid gut hundert Jahren, mit der Neuerfindung eines Rettungweges wo man Jesu Opfer nicht annehmen darf.

Nach meiner Taufe. Es war Abendmahl. Das Brot und der Wein wurden rumgereicht und ich spürte das Verlangen davon zu nehmen und tat dies nicht, weil ich dies für eine sündige Neigung hielte.
Ich war doch erst 16 oder 17, wie sollte ich da zu den 144.000 gehören? Also verdrängte ich diese Neigung jahrelang, manchmal gar mit dem Eindruck das es falsch war die innere Stimme in meinen Kopf zu ignorieren.

Wachtturm 2002 15.03.
Es handelt sich dabei um den Königreichsbund. Die Zahl der unvollkommenen Menschen, die in den Königreichsbund aufgenommen werden, beläuft sich auf 144 000. Sie werden zu himmlischem Leben auferweckt, um mit Christus als Könige und Priester zu herrschen (Offenbarung 5:9, 10; 14:1-4). Somit sind diejenigen, die in den neuen Bund mit Jehova Gott aufgenommen worden sind, auch Teilhaber am Königreichsbund mit Jesus Christus. Sie allein sind berechtigt, beim Abendmahl des Herrn von den Symbolen zu nehmen.





Jedes Jahr am Abendmahl dieselbe Tortour.
Jahrelang.
Doch sollte ich erst sehr viel später zu meinen Herrn Jesus finden.

Wenn ich von den Symbolen genommen hätte, dann wäre ich in den Augen der anderen Zeugen Jehovas ein "gesalbter Christ" gewesen, mit der Hoffnung einmal als König im Himmel mitregieren zu dürfen.

Mit den "gesalbten Christen" und Zeugen Jehovas verhält es sich so:
WT vom 15.FEBRUAR 2009 S.24-28:
In der Prophezeiung über das Zeichen seiner "Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge" bezeichnete Jesus die Gruppe seiner geistgesalbten Nachfolger auf der Erde als "treuen und verständigen Sklaven" beziehungesweise als "treuen Verwalter" (Mat. 24:3, 45; Luk. 12:42). Die Mitglieder dieser Sklavenklasse haben sich in ihrer Gesamtheit den Ruf erworben, dass sie "dem Lamm beständig folgen, ungeachtet wohin es geht". ... Sie sind in übertragener Bedeutung "jungfräulich" geblieben, weil sie sich nicht mit den Glaubensansichten und Bräuchen des Weltimperiums der falschen Religion, "Babylon der Großen" genannt, befleckt haben (Offb. 17:5). "In ihrem Mund wurde keine Unwahrheit gefunden", denn sie haben keine Irrlehren verbreitet. ... Wenn es so weit ist, werden die Gesalbten, die noch auf der Erde leben, dem Lamm direkt in den Himmel "folgen"


Man halte also fest.
Jeder der 144.000, bzw diejenigen die noch exklusiv bei den Zeugen Jehovas leben - völlig ausgeschlossen, das es solche Geistgesalbten auch bei anderen Christen zu finden gibt - jeder von ihnen ist ein Teil der Sklavenklasse.
Sklave deshalb, weil gemäß Lukas 12,42 Jesus diese 1918 alle über seine gesammte Habe gesetzt haben soll.
(Man beachte das diese Behauptung erst in den 1930er Jahren aufgestellt wurde. Russel, der damalige Präsident der Wachtturmgesellschaft, behauptete nämlich das Gegenteilige. Es gab 1918 keinen einzigen Bibelforscher, Russel inklusive, der behauptete von Jesus zum Sklaven über seine ganze Habe gesetzt worden zu sein.)
Gemäß der Bibel müssten also alle diese Geistgesalbten dafür verantwortlich sein, ihren Hausgenossen die Speisen zukommen zu lassen, die sie zur rechten Zeit benötigen würden.
Da ein Zeuge Jehovas unter "geistiger Speise" die Publikationen der Wachtturmgesellschaft zu verstehen hat, müssten gemäß Jesu Worte alle Zeugen-Gesalbten an der Gestaltung dieser Veröffentlichungen beteiligt sein.
Das sind diese aber nicht.

Es sind gerade mal eine Hand voll Leute für die Inhalte dieser Lektüren vorgesehen.
Andere Geistgesalbte haben kein Mitspracherecht, nur die da ganz oben.
Klingt paradox, ist aber so.



Schon etwas länger bezeichne ich mich als kein Mitglied der Organisation der Wachtturmgesellschaft mehr - Gott liegt mir am Herzen, das wohl.
Auch die Bibel betracht ich sehr gern und unterhalt mich auch gern mit anderen Menschen darüber.
Die Intoleranz gegenüber "Ungläubigen", was eigentlich ausschließlich alle Nicht-Jehovas Zeugen betraf, auch wenn diese sich als "Wir-Sind-Sehr-Wohl-Gläubige" bezeichneten, welche von Hause aus versucht wurde mir anzuerziehen, hatte mich schon jahrelang innerlich verformt, was ebenso ein paar Jahre dauerte bis ich schließlich vermochte diese "Brille" abzusetzen.
Hinterher weiß man mehr, so das das Lehrreiche an der Sache ist, das man für sich selber es gar nicht als Intoleranz all die Jahre lang bezeichnete.
Wieso nicht?
Nun, auch das lag an dieser gewissen "Brille".
Mit Hilfe dieser "Brille" konnte ich immerhin die Wahrheit erkennen!
Dank der Brille, wusste ich (so dachte man), das alle anderen Menschen im Grunde genommen blind sind und Jehova gar nicht kennen.
Diese Brille fokussierte meine Toleranz auf meine damaligen Glaubensbrüder und Schwestern - was an Liebe außerhalb der Versammlung ging, da fungiert diese Liebe als Vergrößerungsglas, indem das Predigtwerk als das Liebeszeugniss der Jehovas Zeugen schlechthin, ins Sichtfeld gerückt wird.
Als ich noch von Tür zu Tür ging, wollte ich eigentlich allen möglichen Leuten einen Blick durch meine Brille gewähren.
Ich, als von Gott eingesetzter Optiker, wollte das die Menschen sich gewahr werden, das diese genauso eine Brille brauchen wie ich!
Wenn du dir jetzt sagst, das es Menschen gibt die eigentlich gar keine Brille brauchen, wie lassen diese sich denn dann zum Brillenträger "bekehren"?
Gute Frage.
Vielleicht hat das was damit zu tun, was meine Mutter immer sagte:
"Setzt nicht Omas Brille auf, sonst gehen deine Augen kaputt"
Hinter diesen Worten steckt eine Menge Wahrheit.
Zunächst einmal ist es ja bei einem gesunden Augen so, das sämtliche Objekte als Lichtquelle wahrgenommen werden und aufgrund der gekrümmten Form der Linse diese "Lichtinformationen" an den Brennpunkt auf dem Sehnerv treffen, welcher veranlasst das unser Gehirn diese Informationen als Bild verarbeitet.
Wenn ich also auf Mutters Worte nicht gehört habe und mit meinen gesunden Augen trotzdem die Brille auf die Nase setze, dann passiert es, das das Gehirn das Auge veranlasst sich an diese neue "Lichtbrechung" zu gewöhnen - es versucht diese auszugleichen indem es sich verformt (z.B zieht die Augenmuskulatur bei Kurzsichtigkeit den Glaskörper in eine ellipsenartige Form), da der Brennpunkt sonst nicht mehr punktgenau auf den Sehnerv trifft. Hätte ich damals Omas Brille also ein paar Stunden lang getragen, dann wäre irgenwann der Gewöhnungseffekt eingetreten - das Auge hat sich also an diese neue Sichtweise gewöhnt, es hätte sich verformt damit ich wieder was erkenne.
Macht man das ein paar Tage, mit gesunden Augen eine Brille tragen, dann kann es passieren, das man über den Gewöhnungseffekt hinaus gerät. Die Augenmuskulatur hat sich u.U. bereits verkrampft oder dermaßen verspannt, das diese sich nicht mehr so ohne weiteres in ihre Ursprungsform zurückbegeben kann. Man kann also in dem Fall von einer Art "erworbener Kurzsichtigkeit" reden, man trägt also u.U. sein Leben lang diese Brille, damit man wenigstens noch was sehen kann.
Sicherlich spielen auch erbliche Faktoren bei der Frage ob jemand Kurzsichtig wird oder nicht - so ist es eben wenn man bei Zeugen Jehovas groß wird, man erbt diese Brille ohne das man was dafür kann.
Dieses Faktum im Hinterkopf behaltend:

Lied 192 - aus dem alten Liederbuch der Jehovas Zeugen

Die Königreichswahrheit bekanntmachen

1. Wir konnten einst nicht deutlich sehn
den Weg, den jeder Christ muß gehn.
Doch sandte Gott der Wahrheit Schein,
sein Licht, das strahlt so klar und rein.

2. Das Vorrecht wir erkannten dann,
Theokratie zu künden an,
Jehovas Ruhm noch zu vermehr'n,
sein' großen Namen so zu ehr'n.

3. Wir rufen gern die Botschaft aus
auf Straßen und von Haus zu Haus,
sind zum Studieren stets bereit,
zu lehr'n die Wahrheit, die befreit.

Nur mal diese drei (von vier) Strophen. Aus diesem Lied ( Autosuggestion in "Wir"-Form) kann man beispielhaft das Muster erkennen, wie man eigentlich, um bei der "Brille" zubleiben, zu der erworbenen Kurzsichtigkeit gelangt ist, zu der man den allgemeinen Jehovas Zeugen gratulieren darf:

Strophe 1.: "Wir konnten einst nicht deutlich sehn
den Weg, den jeder Christ muß gehn." Wenn ein Zeuge Jehovas so etwas singt, dann besingt er das er seinen mitleidserregenden Geisteszustand bedauert, bevor er ein Zeuge wurde. Mitleidserregend deshalb, weil ein Zeuge Jehovas aus Mitleid - eine Form der Nächstenliebe - von Tür zu Tüt geht um den Menschen den Weg zu zeigen, den einfach jeder wahre Christ gehen muss - "Kommt zur Wachtturmgesellschafft, hier ist der Weg".

Strophe 2.: Jeder Zeuge Jehovas glaubt ernsthaft durch den Predigtdienst Gottes Ruhm zu mehren, indem sie das Kommen des Gerichtages Gottes als Nahe bevorstehend verkündigen.
Außer acht lassend, das sehr wohl jeder heutzutag gegenwärtige authentische Christ vom kommenden "Tag des Herrn" weiß.
Jehovas Zeugen halten sich hier aber dennoch für einzigartig, weil die das von Tür zu Tür proklamieren, das dieser Tag sehr sehr sehr sehr nahe bevorsthet.
Außer acht lassend, das Tag und Stunde nur der Vater kennt und zum anderen das es in der Bibel keinen Auftrag gibt, den kommenden Gerichtstag Gottes zu verkündigen.... aber das kommt davon wenn man vorher die Bibel nicht richtig kannte.
Da kommen die Zeugen und erklären den Leuten die Bibel durch ihre Brille.




Strophe drei:

"3. Wir rufen gern die Botschaft aus
auf Straßen und von Haus zu Haus,
sind zum Studieren stets bereit,
zu lehr'n die Wahrheit, die befreit."

Wenn ein Zeuge Jehova so etwas singt, dann meint er folgendes:
"Gute Botschafft" = Der Tag des Herrn.
"Studieren" = Vermitteln von biblischen und unbiblischen Lehren anhand den Publikationen der Wachturmgesellschaft.
"zu lehr'n die Wahrheit, die befreit" = Indoktrinierung in die Organisation der Zeugen Jehovas mit allem was dazu gehört. Befreiung und wahre Erretung erfahren nur wir.....

Nur mal diese drei (von vier) Strophen.
Aus diesem Lied ( Autosuggestion in "Wir"-Form) kann man beispielhaft das Muster erkennen, wie man eigentlich, um bei der "Brille" zubleiben, zu der erworbenen Kurzsichtigkeit gelangt ist, zu der man den allgemeinen Jehovas Zeugen gratulieren darf:
Durch das Wecken des Bedürfnisses nach einer Brille (auch wenn dieser eigentlich keine braucht).
Ungelogen - ein Ältester sagte bei einer Dienstzusammenkunft einmal folgenden Satz:
"Die Menschen wissen gar nicht wie sehr sie im dunklen sind. Genauso wie ein kurzsichtiger erst weiß das er kurzsichtig ist, wenn er eine Brille ausprobiert."
Zu "Wecken von Bedürfnissen" empfehle ich folgenden Link.

http://www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html

Eine kurze und prägnante Seite, und sehr informativ zu diesem Thema passend.
Das Wecken von Bedürfnissen ist somit eine Beeinflussungsmechanik oder Technik, mit der man versucht Menschen zu etwas zu bewegen, was diese vorher eigentlich gar nicht wollten.
Geht der allgemeine Jehovas Zeuge bewusst so vor?
Nein, eher nicht.
Er wird nur ermuntert den Empfehlungen der Wachtturmgesellschft nachzugehen, die mit der Materie der menschlichen Manipulation ja immerhin schon jahrzehntelange Erfahrungen mit sich bringt.
Wie empfielt es die Wachtturmorganisation an den Türen der Menschen vorzugehen?

Unterredungungen anhand der Schriften, Einleitungen für den Predigtdienst:

ALTER/TOD

• „Haben Sie sich je die Frage gestellt, warum wir alt werden und sterben? Einige Meeresschildkröten leben Hunderte von Jahren. Gewisse Bäume werden Tausende von Jahren alt. Aber der Mensch lebt nur 70 oder 80 Jahre und stirbt dann. Haben Sie sich je gefragt, warum? . . . [Röm. 5:12]. Wird sich das je ändern? . . . [Offb. 21:3, 4]."

• „Haben Sie sich schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob mit dem Tod alles vorbei ist? Oder ob es irgend etwas nach dem Tode gibt? . . . Die Bibel klärt jede Frage, die wir in bezug auf den Tod haben mögen [Pred. 9:5, 10]. Sie weist auch darauf hin, daß für gläubige Personen eine echte Hoffnung besteht [Joh. 11:25]." (Siehe auch Seite 409—415 und 134, 135 unter den Themen „Tod" und „Ermunterung".)

BESCHÄFTIGUNG/WOHNVERHÄLTNISSE

• „Wir sprechen mit unseren Mitmenschen darüber, was getan werden kann, damit stets für alle genügend Arbeit und Wohnraum vorhanden ist. Kann man vernünftigerweise erwarten, daß die Regierungen dafür sorgen werden? . . . Aber es gibt jemanden, der diese Probleme lösen kann; das ist der Schöpfer der Menschheit ...

• „Wir sprechen mit unseren Mitmenschen über eine gute Regierung. Die meisten Menschen wünschen sich eine Regierung, die frei von Korruption ist, allen eine Arbeitsmöglichkeit gibt und für jeden gute Wohnverhältnisse schafft. Welche Art von Regierung könnte Ihrer Meinung nach all das bewirken? . . .
______________
usw. usw.

Die Wünsche der Menschen werden angesprochen, um das Herz zu bewegen.
Es wird bewusst die Gefühlsebene angesprochen.
Ängst, Sorgen, Nöte.
Bedürfnisse werden geweckt.
Wünsche werden als erfüllt in Aussicht gestellt.
Was man vorher nicht sah, wird sichtbar gemacht.
Eine neue Idee wird in den Sinn gelegt, die vorher nicht da war.
"Ein erster Blick" durch die Brille...
Dann folgt die Angewöhnungsphase - das bisherige Sehvermögen wird verformt.
Es werden Wahrheiten aus der Bibel betrachtet - nicht alles was die Zeugen lehren ist falsch.
Nicht zu morden oder nicht fremd zu gehen sind einige Betrachtungen an die sich das Auge leicht gewöhnen kann.
Es sind die leicht zu erfassenen Themen, die Anfangs viel Freude bereiten mögen, da so mancher hier zum ersten mal in seinen Leben den Wunsch zu verspüren mag, ein relgiöses Leben zu führen.
Immerhin hat man kennengelernt, das Gott "das Beste für die Menschen will", wie es ja auch immer wieder in den Heimbibelstudienhilfsmittel erwähnt wird.
Die Liebe die man vielleicht noch dabei empfinden mag, verknüpft das sehen noch mehr mit den Wunsch diese Brille behalten zu wollen.

Man hüllt sich selber in eine Rosarote Blase.

"Wir waren überglücklich, als wir von ihm einen Brief mit den Worten erhielten: „Ich habe die Wahrheit gefunden, abonniert die Zeitschriften für mich." Heute sind er und seine Angehörigen treue Diener Jehovas." (Der Wachtturm 01.12.2003)

Man beginnt das vorher gesehene nur nocht mit Hilfe der Brille betrachten zu wollen, da man ja bisher so viel positives mit Hilfe der Brille erkannt hat.
Was folgt ist die Bindung an der Brille:
Erworbene Kurzsichtigkeit.
Man beginnt Dinge nur noch mit Hilfe der Brille sehen zu können.
Ja man möchte die Bibel nur noch so lesen können, wie es die Brille erlaubt.
Die Brille stellt deine Sicht richtig.
Die Brille hilft dir die Dinge richtig zu sehen.
Was du durch die Brille siehst ist die Wahrheit.
Doch in Wahrheit ist das Wahrnehmen verformt - das was eigentlich der Zweck manches Bibelverses ist, wird entstellt.
Die Wahrheiten aus der Phase der Eingwöhnung haben sich kaum trennbar mit den Halbwahrheiten vermischt.
Man liest weitmehr auch zwischen den Zeilen, wenn es die persönliche Meinung stützt.
Man sieht mehr in manchen Vers geschrieben, als da steht. Leute ohne Brille sind blind, babylonische Sünder und freidenkende Christen.
Nur Brillenträger leben ewig.
Und wer sich "lasern" lässt ist ein Abtrünniger, obwohl er Christ ist.


Zuletzt bearbeitet: 26.08.09 09:06 von Jochen


Jahrelang nachdem ich von zu Hause auszog war ich immer noch ein Zeuge Jehovas - stellte ich doch stets meinen himmlischen Vater in den Mittelpunkt meines Gottesdienstes.
Hatte mich bemüht Dienstamtgehilfe zu werden (Diakon), wobei ich alle biblischen Vorraussetzungen erfüllte. Doch ich hatte wohl nicht regelmäßig genug "Stunden" auf dem Predigtdienstbericht - 10 Stunden im Monat Reklame für ein Zeitschriftenverlag waren dazu wohl das erforderliche Minimun was ich aber nicht permanent schaffte . . . zum Glück bin ich nie einer geworden.

Mir war nicht bewusst, wie sehr die Fesseln der Wachtturmgesellschaft Teil meines Lebens waren.
Wenn du in einem Gefängnis groß wirst kommt dir das alles als normal vor.
Freiheit wurde als Freiheit von falschen Religionen definiert.
Mit wahrer Freiheit kommt da so mancher nicht klar und kehrt zurück zu den Zeugen, weil er das mit Jesus anzunehmen nie ganz verstanden hat - "Willkommen im (ZJ-) Club".

Zeugen Jehovas halten sich nicht für Roboter - nein, niemals!

WT 15.04.2002
Jehova hat uns nicht wie geistlose Roboter auf blinden Gehorsam programmiert, sondern mit einem freien Willen ausgestattet, damit wir bewusst das Rechte tun können


WT 15.05.2001
Als Gott den ersten Menschen erschuf, war das Ergebnis nicht lediglich ein mit einem Gehirn ausgestatteter Körper. Auch schuf er Adam und Eva nicht als geistlose Roboter. Er stattete sie mit der Fähigkeit der Willensfreiheit aus.


WT 01.09.2001
DIE Willensfreiheit ist ein Geschenk Gottes. Ohne sie wären wir kaum mehr als Roboter, die das, was sie tun, nicht selbst steuern können.


WT 15.10.2000
Niemand will gern ein Roboter sein und jede Sekunde seines Lebens jemand anders darüber entscheiden lassen, was er sagt und tut.


WT 15.06.1996
Wir wurden nicht als Automaten oder Roboter geschaffen, sondern haben das Vorrecht und die Verantwortung, selbst zu wählen


Willensfreiheit und das Recht selber zu entscheiden werden als menschliche Eigenschafften hervorgehoben.
Diese werden dennoch seitens der WTG umgangen.
In der Psychologie sowie in der Werbung ist man sich einig, das man den menschlichen Willen an sich durch das Neuorientieren von Wünschen manipulativ in die Bahn lenken kann, die man will.
Ein Zeitschriftenkonzern der Leser dazu bringt noch mehr Leser zu ködern spart an Lohngelder die man ansonsten für die Abo-Vertreter aufbringen müsste.
Wenn dieselben Leser noch dazu bereit sind für ein Taschengeld diese Zeitungen zu drucken, dann macht man dies.
Wenn diese Leute dann auch noch ihre Zeitungen durch Spenden selber bezahlen um so besser.
Die besten Kunden sind die eigenen Gratis-Mitarbeiter.
Sicherlich sind die meisten Menschen nicht so manipulativ zu beeinflussen, sonst wären längst alle Zeugen Jehovas.
Es wird zum Glück immer Dinge geben, die auf die Menschen mehr Eindruck machen, welche keinerlei manipulativen Hintergrund haben.
Tatsächlich ist die Wachtturmgesellschafft eines der reichsten Kirchen, was den Besitz an Immobilien betrifft.
Wird ein Königreichsaal (gebetshäuser der ZJ) von einer Versammlung (Gemeinde) durch eigene Mittel finanziert, wo man persönlich viel Schweiß und Zeit als freiwilliger Mitarbeiter investiert hat, wird derselbe Saal dann der Wachtturmgesellschaft als Eigentümer zugeschrieben.
Es gibt hunderttausende dieser Sääle.

WT.15.02.2009 "Jehova vertraut dem Sklaven voll und ganz"

Noch etwas: Jesus Christus hat den "treuen und verständigen Sklaven" "über seine ganze Habe gesetzt ... . Das schließt die Gebäude der Weltzentrale und der Zweigstellen von Jehovas Zeugen in zahlreichen Ländern ein, ihre Kongress- und Königreichssäle sowie alle Tätigkeiten, die mit dem Verkündigen des Königreiches und dem Jüngermachen zu tun haben. Wer würde eine derart wertvolle "Habe" jemandem zur Verwaltung und Benutzung übergeben, dem er nicht vertraut?




Doch die Programmierung der Roboter geht noch viel tiefgreifender.

Die christliche Nächstenliebe wird mit der Priorität auf die Werbung zur Mitgliedschaft reduziert:
WT 15.09.97
Das trifft auch auf die Nächstenliebe zu, die wir dadurch zeigen, daß wir uns der Bedürfnisse unserer Mitmenschen annehmen, und zwar vor allem in religiöser Hinsicht durch unseren christlichen Predigtdienst.


Wie verhält man sich im Urlaub?

Königreichsdient 8/98:

Wer im August in den Urlaub fährt, kann vorher Zeit im Predigtdienst verbringen. In den Urlaub kann man einige Traktate, Broschüren oder Zeitschriften mitnehmen, um den Menschen, die man unterwegs trifft, Zeugnis zu geben. Im Urlaubsort kann man mit den Verkündigern der dortigen Versammlung in den Predigtdienst gehen.


Wie? Durch Werbung für den Zeitschriftenkonzern.

Wie Verhält man sich am Arbeitsplatz?

WT 15.02.2001

Zeugnisgeben am Arbeitsplatz

Achten wir am Arbeitsplatz immer auf Gelegenheiten, informell Zeugnis zu geben? James, ein Ältester einer Versammlung in Nairobi, lernte auf diesem Weg die biblische Wahrheit kennen. Inzwischen ist er selbst darin geübt, mit seinen Arbeitskollegen biblische Gespräche anzuknüpfen.


...... Werbung für ein Zeitschriftenkonzern.

ZJ-Kinder in der Schule/Freizeit:

Gelegenheiten zum Zeugnisgeben: Viele schulpflichtige Verkündiger haben das Jahr über mehrmals Ferien. Diese eignen sich bestimmt gut für den Hilfspionierdienst. Außerdem könnten Jugendliche dadurch vermehrt tätig sein, dass sie in der Schule Zeugnis geben. Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wie viele eurer Mitschüler etwas über euren Glauben wissen möchten. Warum nicht Klassenbesprechungen oder Schulaufsätze nutzen, um Zeugnis zu geben? Andere konnten das auch schon durch unsere Videofilme tun. Einige haben mit Mitschülern ein Bibelstudium begonnen und konnten ihnen helfen, so weit Fortschritte zu machen, dass sie sich Gott hingaben und sich taufen ließen. Das sind vorzügliche Möglichkeiten, „den Namen Jehovas [zu] preisen“


Man muss die Menschen nur richtig motivieren.

"Du willst doch nicht in Harmagedon umkommen, oder?"
"Wenn du Gott wirklich liebst, dann verteilst du auch die Heftchen der Wachtturmgesellschaft."

Doch die Programmierung der Roboter erfolgt sich auch in anderen Verhaltensweisen. Und machmal gibt es gar ein Update...



Ein Mann den ich im Haus-zu-Haus Dienst einmal antraf, fragte mich was ich wolle.
Ich erzählte ihm über meinen Wunsch mit ihm über Gottes Vorsätze aus der Bibel bezüglich der Menschen zu reden.
"Angenommen ich rede mit Ihnen über diese Dinge. Sagen wir mal monatelang. Was würden sie dann von mir wollen?"
Worauf ich sagte, das dies ganz bei Ihm liegen würde.
"Was würde an mir liegen?", fragte er zurück.
"Na das liegt bei Ihnen."

"Sie wollen doch nur, das ich bei Ihnen mitmache. Am Ende ist es doch immer so: Sie erwarten das man sich für die Zeugen Jehovas entscheidet. Sie werben Mitglieder, ob sie es wollen oder nicht!"

Ein Zeuge Jehovas lebt in seiner Seifenblase, wo er glaubt das es in seiner Organisation um die Rettung von Menschen geht.

Gott geht es um Menschen und den Zeugen Jehovas als Einzelperson gewiss auch.
Beide wollen das Gleiche.
Doch warum nehmen sie nicht Jesus als den Weg der Rettung an, so wie es Gott vorgesehen hat?
Wenn es Zeugen Jehovas darum geht, das Menschen gerettet werden, warum verkündigen sie nicht Jesus als den Weg der Rettung, sondern das was die Wachtturmgesellschaft möchte?

Saulus dachte auch das er das Richtige tat, als er die Christen verfolgte.
Mit Eifer.
Bis der Herr sich ihm in seinen Leben zeigte und alles änderte.
Grundauf.
Ich war auch so ein Saulus, der im Namen der Wachtturmgesellschaft andere Christen dazu ermunterte ihren falschen Glauben zu überprüfen - ich dachte genauso das richtige zu tun.
Mehr mit Herz als mit Eifer.
Bis der Herr sich in meinen Leben zeigte.

Ich denke man sagt einem Zeugen Jehovas nichts neues, wenn er zu hören bekommt das Jesus nicht wirklich sein Herr ist.

Gott liebt alle Menschen, auch die Zeugen Jehovas.
Doch er ist traurig darüber, wenn Menschen sich von skurilen Organisationen vor den Karren spannen lassen.
Aber so ist das nun mal.
Gott lässt eben auch das Böse auf Erden zu.

Mögen noch viele Menschen durch die Zeugen Jehovas zu Gott und seinen Sohn finden, so wie ich, doch mögen diese bitte nicht der Organisation der Wachtturmgesellschaft verfallen.
Es ist nicht deren Verdienst, niemals.



"Liebst du mich mehr als diese?" ...
...fragte Jesus einmal einen seiner Jünger (Johanne 21:15.)

Was würdest du Antworten, wenn Jesus das dich fragen würde?

"Ja sicher!", würdest du vielleicht Antworten - der andere mag davon ausgehen das Jesus ihn das wahrscheinlich niemals fragen wird.
Mit, "Liebst du mich...", ist klar wer hier wen meint.
Doch ich möchte mit dem "... mehr als diese" weitermachen.
"... mehr als diese", dafür könnte man vieles einsetzen: Geld, Anerkennung, Charisma usw. usw. - irdische Dinge eben.
Anderes könnte sein Vereine, Freunde, Partys, sinnlose Zeitverschwendungen, Essen, Autos usw. usw. ...man könnte alles hier auf Erden dort einsetzen - Jesus war es damals in jenem Moment wichtig zu hören, das jener Jünger in mehr liebte als alles andere auf der Welt, denn er wiederholte jene Frage ja sogar zweimal.
Liebst du, lieber Leser, Jesus genauso wie alles andere auf dieser Welt, oder liebst du ihn eben mehr wie als alles andere auf dieser Welt?
Jeder überprüfe daher sein eigenes "Glaubenshaus", ob er es auf Sand oder auf Felsen errichtet hat.
Die Bibel sagt nämlich:

"Setzt euer Vertrauen nicht auf Edle
Noch auf den Sohn des Erdenmenschen, bei dem es keine Rettung gibt." (Psalm 146:3, vergleiche Epheser 6:7, Sprüche 29:25, Prediger 8:9).

"... euer Vertrauen nicht auf ... Erdenmenschen..." zu setzen, dies gilt zu beherzigen, da es ja unsere Rettung betrifft - sofern der hierige Leser in seinem Leben nach einer solchen Rettung streben sollte.
Unsere Liebe zu Jesus, oder überhaupt zu Gott, sollte also niemals gänzlich von einer menschlichen Organisation abhängig gemacht werden.
Ohnehin ist bekannt, das der Vater und Jesus die Richter sind, so das wir guten Mutes sein können das es nämlich schnurz egal ist, was ein Mensch dir hier auf Erden auch einreden möchte (Hebräer 13:6).

Ist das in deiner Organisation der Fall, das sie das Urteil letztlich allein Gott überlässt?

Oder stellt sich deine Organisation davon eher abweichend dar, indem sie behauptet, das du mit aller Wahrscheinlichkeit nicht gerettet werden kannst, wenn du kein Mitglied jener Organisation sein willst?

Das ist leicht zu überprüfen - frage dich selber, wann der Mensch, gemäß der Ansicht deiner Glaubensgemeinschaft, gerettet ist - oder zumindest auf dem Weg, so eventuell mal, in die Gnade Gottes zu kommen? Demjenigen, den du geholfen hast, zur Liebe Gottes zu finden, aber kein Mitglied werden will, ist dann doch nur ein verlorenes Schaf?
Nein, Gott sucht keine Mitglieder - er beachtet viel mehr die Menschen die ihn aufrichtig anbeten möchten (Jakobus 4:8).

Gott achtet auf dein Herz und nicht auf deine Mitgliedschaft.
Wenn du allerdings bemerkt hast, das deine Mitgliedschaft in deiner Glaubensgemeinschaft, nach deren eigenen Lehren, ein wesentlicher Bestandteil zur Rettung sein soll, dann hinterfrage einmal woran das liegen könnte, denn die Bibel sagt darüber ja nichts, außer den lebendigen Glauben an Jesus Christus welcher zur Rettung führt
Die ausschließliche Bindung erfolgt an Gott, wenn man so will.

Die Gefahr wenn man im Laufe seines Glaubensweges nicht beachtet, Gott mehr zu lieben "als diese", von Menschen gegründete Organisationen, ist erstmal nur latent vorhanden.
Man könnte das mit einer Sucht nach Süßigkeiten vergleichen.
Diese Sucht entsteht, wenn man wochenlang übermäßig so Süßzeug verschlingt, wie Schokolade, Smarties und Ü-Eier und dergleichen - soll angeblich glücklich machen.
Geht eine Zeitlang ganz gut. Der Körper gewöhnt sich daran sich auf eine überdurchschnittliche Insolinproduktion einzustellen. Will man dann mit dem Süßigkeitenessen schlagartig aufhören, weil man z.B. merkt, das die Magenschleimhäute das nicht mehr so gut verkraften, ensteht eine Überproduktion von Insolin, da demnächst eine größere Ladung Zucker erwartet wurde.
Daraufhin spielt die Körperchemie unserem Stimmungsbarometer einen Streich:
"Ich versetze dich jetzt in einer Depression, damit du wieder das machst was dich glücklich macht: Schokolade essen....".

Setzt man sein Vertrauen und seine Liebe "mehr auf diese", auf eine irdische Organisation (indem man nur von Süßigkeiten lebt), als auf Gott, so geht das einige Zeit ganz gut.
Doch lässt man dann die Schokolade sein, verfällt man in eine Depression (Entzugserscheinung), da man es versäumt hat, seine Liebe auf Gott und Jesus zu fokusieren, was die wesentlicheren Faktoren im Leben eines Christen sein sollte.
In der Situation wäre es das beste, wenn man beginnt sich gesünder zu ernähren, oder zumindest normaler, indem man seine tiefe Liebe zu Gott findet, "mehr als diese", da sonst das Nachgeben der Sucht wieder nur dazu veranlasst, gemäß dem zu Leben und das zu lieben was hier auf Erden von Menschen ergründet wurde.
Die Folge mag also sein, das dann der Ex-Junkie wieder zu seinen Schokoladeneskapaden zurückkehrt, da er seine Depressionen nicht mehr ertragen konnte - lieber nimmt er die Magenschmerzen in Kauf.
Doch wer Jesus "mehr liebt als diese", der kommt nicht in diese Gefahr der geistigen Abhängigkeit.
Der schafft es auch ohne Schokolade ein glückliches, gesundes vor allen Dingen gottgefälliges Leben zu führen.
Oder bist du einer von denen, die nur Schokolade verkaufen wollen (eine MItgliedschaft), weil die glücklich macht?

Wenn du in den Dienst gehst und du den Menschen zu Gott geführt hast, er aber kein Mitglied werden will - was ist dieser in deinen Augen. Ein Weltmensch? Sollte man das nicht lieber Gott entscheiden lassen?
Gott naht sich diesen, weil er sich Gott genaht hat - er nennt sich vielleicht dein Bruder weil du ihm geholfen hast an Christus zu glauben. Doch dann ist er doch nur ein Weltmensch? Nur weil er deine Schokolade nicht mag?
Oder ein Abtrünniger, weil er auf die Schokoladenburg verzichten will um rein im Glauben zu sein?

"Liebst du mich...."?





Weltmensch....
... ein nicht unbekannter Begriff, womit mancher JZ einen Andersgläubigen zu definieren mag. Obwohl diese Bezeichnung bar jeglicher biblischer Grundlage entspringt, kann man schon zurecht behaupten, das dieses Wort, speziell in dieser Bedeutung des "Nicht-JZ-seins", eine intern geprägte Sache der Wachtturmgesellschaft (WTG) ist, welche diesen Begriff selber zu gebrauchen pflegt, wie z.B. in den folgenden Veröffentlichungen, was an sich schon bezeugt, wie sehr sich diese Organisation erdreistet, sich über dem Bibelwort hinaus zu interagieren. Doch hier zunächst die Zitate:

Wachturm (WT) 15.10.89 "Begebt euch nicht in ein Joch mit Ungläubigen":
"...Niemandem schien es aufzufallen, daß ich geistig immer schwächer wurde. Als mich daher ein Weltmensch, den ich von der Arbeit her kannte, einlud, mit ihm essen zu gehen, tat ich es ..."

WT 15.10.96 "Ein wachstumsförderndes Klima in Äquatorialguinea"
"... Haben Sie ein Unterredungs-Buch für mich? Ich bin es leid, ein Weltmensch zu sein. Ich würde gern ein Zeuge Jehovas werden.....“

WT 1.3.94 "Lesen wir doch, ehe wir spotten":
"... Ich staune über mich selbst, über meine neuen Empfindungen gegenüber diesem Gott, Jehova, den ich als ausgesprochener Weltmensch jahrelang verhöhnt habe...."

WT 15.2.89 "Fragen von Lesern":
".... Da er nicht ausgeschlossen worden ist, sollte er wie ein Weltmensch behandelt werden, der er ja auch ist. ......Im Grunde genommen ist er jetzt ein Weltmensch und kann entsprechend behandelt werden...... Wenn die Ältesten feststellen, daß ein solcher Weltmensch für Glieder der Versammlung eine Gefahr bedeutet, können sie die Betreffenden privat warnend darauf hinweisen und ihnen Rat erteilen...."

WT 15.11.88 "Anderen helfen, Gott anzubeten":
"...In beiden Fällen ist es angebracht, daß das Versammlungsdienstkomitee zu einer passenden Zeit eine einfache Bekanntmachung mit folgendem Wortlaut geben läßt: „. . . ist kein Verkündiger der guten Botschaft mehr.“ 18 Wie wird der Betreffende danach von Jehovas Zeugen betrachtet? Nun, anfangs war er ein „Ungläubiger“, der die Zusammenkünfte besuchte. Er hatte dann den Wunsch, ein Verkündiger der guten Botschaft zu sein, und erfüllte auch die Voraussetzungen dafür. Das ist nun nicht mehr der Fall. Daher ist er wieder ein Weltmensch.... "

WT 15.9.87 "Die 'Luft' der Welt einzuatmen ist totbringend":
".... Sie erweckten den Anschein, als hätten sie etwas dagegen, jedoch taten sie das auf derart halbherzige Weise, daß der Weltmensch sich ermuntert fühlte weiterzumachen...."

Wt 15.7.84 "Hochzeitsfeiern in einem freudigen, doch würdigen Rahmen":
"... Wäre es daher in deinem Sinne, daß ein Weltmensch — der weder dein geistiger Bruder noch ein Familienangehöriger ist — zu deinen Gästen spricht oder im Mittelpunkt steht?...."

Kurioserweise verwenden die Publikationen der WTG diesen Begriff eher selten - doch in der Praxis im alltäglichen Leben weiß ich selber, das dieser tagtäglich von irgendeinen JZ verwendet wird, und sei es nur in seinen Gedanken oder wenn er seine Kinder bezüglich "richtigeren Umgang" hinweisen möchte. Es hat sich geradezu zu einem Schlagwort manifestiert, welches gleich einem Stempel dient und welchen nach dem "biblisch geschultem (WTG-komformen)-Gewissen" nunmehr das "schwarz-weiß-Denken" ungemein erleichtert, um nicht zu sagen, als Schmierstoff dient, welcher das Öffnen der gedanklich pragmatischeren Schubladen zu einem reibungsloseren Ablauf verhilft:

Nur wir sind wahre Christen - alles andere sind Weltmenschen!
Nur wir beten Gott in Wahrheit an - alles andere sind Weltmenschen!!
Wir verwenden Gottes Namen - alles andere sind Weltmenschen!!!
Wir erkennen den Sklaven an - alles andere sind Weltmenschen!!!!
Wir verkünden das Königreich - alles andere sind Weltmenschen!!!!!

usw. usw.... der Reigen einer Anmaßungskette welches Seinesgleichen sucht.

Was mich persönlich stört, ist, was an den entsprechenden Stellen aus der Bibel gemacht wird:
Ein Werkzeug in eigener Sache.
Den Zweck des Bibelwortes missachtend.
Die Botschaft einer Aussage verfehlend.

Ich möchte nicht näher darauf eingehen wie die Wachtturmgesellschafft ihre Mitglieder dazu bringt dies einzureden, was in den Augen eines JZ einen Weltmenschen ausmacht, sondern ich möchte an dieser Stelle klar hervorheben, was gemäß der Bibel einen Christen zu einem Christen machen sollte, was nämlich was Anderes ist, was der allgemeine Jehovas Zeuge als "hast-du-zu-Glauben" vorgesetzt bekommt.
Mehrere Bibelstellen gehen da durch den Sinn, doch folgendes betrachtete bei einer Gelegenheit vor kurzem etwas eingehender:

(Epheser 4:20-23) Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt, 21 sofern ihr ihn überhaupt gehört habt und durch ihn belehrt worden seid, so wie [die] Wahrheit in Jesus ist, 22 daß ihr die alte Persönlichkeit ablegen sollt, die eurem früheren Wandel entspricht und die gemäß ihren trügerischen Begierden verdorben wird; 23 daß ihr aber erneuert werden sollt in der Kraft, die euren Sinn antreibt, 24 und die neue Persönlichkeit anziehen sollt, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist.

Nicht nur in JZ Kreisen altbekannte Worte, doch diese Treffen es ziemlich gut, da es verdeutlicht was einen wahren Christen von anderen Menschen unterscheidet, hier im Vers 23, wo von der Erneuerung einer Antriebskraft die Rede ist, welche unseren Sinn antreibt - etwas was Jesus durch den in uns wohnenden Geist bewirkt.
Der Apostel redet also viel mehr als von einer inneren Motivation: Es ist der Wunsch an sich, welcher uns antreiben sollte gemäß Gottes Willen zu leben (Vers 24), worauf sich der Vater, der Sohn und der Geist sich mit jemanden ganz persönlich einlassen. Sie wollen bei uns wohnen, gemäß der Bibel, ja in uns und durch uns wirken.

Der Wunsch alleine ist sehr löblich - doch nehmen wir mal an, es würde reichen allein zu wünschen, was ja auch auf die alleinige Glaubensfindung zutrifft:
DAS tun eben nicht nur Jehovas Zeugen, diesen Wunsch entwickelnd gottgefällig zu Leben, auch wenn diese es gerne Glauben wollen - denn dazwischen steht ihnen ihre eigene Organisation im Wege, welche ihnen glauben macht, das nur durch Etablierung mit der WTG ein gottgefälliger Lebensweg möglich wäre - wovon Epheser hier allerdings nichts gesagt hat.
Doch genau dieses Annehmen dieser vorgespielten Tatsache, macht sie blind für die Mühen anderer gläubigen Leutchens, welche ihren Herzenswunsch, Gott zu dienen, eben nur anders ausleben.
Weltmenschen eben...




Zuletzt bearbeitet: 27.08.09 11:07 von Jochen


SUMMA SUMMARUM

Die biblischen Argumente nahmen Überhand.
Was ein Leben lang nur wie ein Gefühl vorkam, wurde nunmehr durch Erkenntnisse vom Geist bestätigt - der selbsternannte "Treue und verständige Sklave" war ein falscher Prophet, ein bedrückender Wolf inmitten von Schafen der die Jünger Jesu hinter sich herzieht - mit Erfolg.

Innerlich war ich nunmehr von der Wachtturmgesellschaft getrennt, da war ich etwa 30.
War aber auch Zweigeteilt.

Der Mensch besteht nunmal aus Geist, Körper und Seele.
Mein Geist hatte sich nun befreien können, aber wie nun weiter?
Ich wusste das der Ausstieg die Konsequenz haben würde alles zu verlieren. Familie, Freunde, Bekannte und geistige Heimat - wobei ich diese ja innerlich schon verließ.

So macht man alles aus automatisierten Abhandlungsabläufen heraus. Versammlungsbesuche, Predigtdienst und Augaben in der Versammlung.

Eine Möglichkeit bot mir zum Glück das Internet.
Ich began meine ersten Erkenntnisse über die zweite Seite der Medailie, die Seite die sich Zeugen jehovas nicht angucken dürfen, zu posten.
Fand im Netz dann auch noch andere Zeugen Jehovas, mit denen ich auch Kommunizierte und auch den Rene persönlich kennenlernte - doch ich erkannte das die "Brille" ihren Sinn nicht verfehlte.
Mein innerlicher Zwispalt äußerte sich darin, das ich unter den einen Nicknamen pro und gleichzeitig unter einen anderen Namen contra ZJ postete.
Ich entschuldige mich hier an dieser Stelle dafür, aber ihr wisst nicht was ich durchgemacht habe.
Wenn es dir wie Schuppen von den Augen fällt, das du dein Herz bloß mit einem Zeitschriftenverlag geteilt hast, dann will man dies nicht wahr haben - Wechselbad der Gefühle zwischen Weinen und Lachen.
Ich denke das es aus Angst vor dieser Wahrheit, es könnte ja was dran sein was die Aussteiger so posten, aus Angst vor diesem Herzschmerz der eigentliche Grund ist, solchen Argumenten mit kognitiver Ignoranz zu begegnen.
Zum anderen, da die Wachtturmorganisation seine Gratis-Mitarbeiter nicht verlieren will, man solches Denken lieber sein lässt, auch aus Angst, da die alleinige Beschäftigung mit dem Gedankengut von sogenannten Abtrünnigen, es den sozialen Entzug an Gemeinschaft mit der Bruderschaft bedeuten könnte.

Ich kannte also nichts anders - was tun?

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