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Thema: Selbstliebe


Wenn jeder Mensch lernen würde, sich selber zu lieben und auch den Mut hätte, sich selber zu lieben, dann wäre jeder Mensch geliebt!
Dann würde auch der Terror aufhören: "Du liebst mich nicht gut genug, denn sonst würdest du dieses oder jenes für mich tun, mir gehorchen, dich selber aufgeben", etc. etc. Damit wäre die Co-dependency zum Thema Liebe vorbei.
Das ist es allemal wert, Selbstliebe zu lernen!



Die Kunst der Selbstliebe
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Wir alle wollen von anderen geliebt werden. Aber solange wir uns nicht selbst lieben, auf unsere Gefühle achten und unsere Bedürfnisse respektieren, wird das nicht wirklich funktionieren.

Sich selbst zu lieben bedeutet nicht, übertrieben egoistisch zu sein, sondern ein Gefühl für den eigenen Wert und gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln. Beantworten Sie sich in einer stillen Stunde einmal folgende Fragen:



Habe ich mir in meinem bisherigen Leben genug Liebe, Fürsorge und Respekt zukommen lassen?
Waren immer nur die Bedürfnisse anderer wichtig?
Habe ich mich selbst seelisch gequält durch übertriebenen Perfektionismus, negative Gedanken, Zweifel und Ängste?
Habe ich meinen Körper misshandelt durch falsche Essgewohnheiten, mangelnde Bewegung, zu wenig Ruhe, zu viel Alkohol und Nikotin?
War ich überzeugt, dass man Gefühle wie Wut, Hass, Angst und Trauer „hinunterschlucken“ muss, um akzeptiert zu werden?
Habe ich zugelassen, dass andere mich ausnutzen, demütigen, terrorisieren oder schlagen?
Verzichte ich bei Konflikten darauf, meine eigene Meinung zu sagen, weil ich Angst vor Streit habe?
Baue ich Stress durch Entspannungstraining ab oder schade ich meinem Körper durch noch mehr Essen, Nikotin, Alkohol oder Beruhigungsmittel?
Ist meine Partnerschaft im Großen und Ganzen in Ordnung oder werde ich gerade dort zu oft gekränkt?
Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen geht es darum, zu folgender Haltung zu kommen: Egal, wie es bisher war: Ich bin kein Opfer. Ich übernehme ab jetzt für mich die Verantwortung.

Am stärksten zeigt sich das Ausmaß unserer Selbstliebe beim Umgang mit anderen.



Fragen Sie sich, ob der Kontakt mit einem bestimmten Menschen wirklich förderlich ist oder ob Sie ausgenutzt, vernachlässigt oder ignoriert werden.
Manchmal leiden wir unter einer Beziehung seelisch und körperlich extrem stark und können trotzdem nicht loslassen. Wenn wir uns selbst mehr lieben, verschwinden diese zerstörerischen Beziehungen aus unserem Leben. Wir wissen dann, dass wir das Beste verdienen, und erlauben anderen nicht mehr, uns immer weiter weh zu tun.


http://www.selbstliebe-gegen.selbsthass.com/



Ego und Selbstliebe
**********************************

Liebe zuerst dich selbst. Bevor du aber dich selbst nicht liebst, kannst du die anderen nicht lieben.

Alles, was du tust, um von anderen geliebt zu werden, bevor du dich selbst liebst, ist Ego, dein falsches Selbst. Du willst Geld haben, Erfolg haben, dich engagieren, helfen, dienen, alles ist Ego, wenn du dich selbst nicht liebst. Denn die fehlende Liebe zu dir selbst sollen andere dir geben, doch die Selbstliebe ist nicht ersetzbar. Die Leere in dir ist bodenlos, du brauchst immer mehr und noch mehr, du wirst abhängig, unfrei, manipulierbar.

Du kannst dich aber nur lieben, wenn du dich ganz annimmst, so wie du bist. Du kannst dich nur ganz annehmen, wenn du dich kennst. Also musst du zu dir selbst finden. Das geht nur, wenn du still wirst und das Machen aufgibst. Alles Tun führt weg von dir. Gib es auf und sei einfach. Komm zu dir in die Stille und schau. Was du jetzt erfährst, das bist du, ob es dir gefällt oder nicht. Nimm es an und liebe dich. Öffne dein Herz.

Verstehe, dass du einzigartig bist. Jeder Vergleich mit anderen führt dich weg von dir. Jeder Versuch, so zu sein wie jemand anderes führt dich weg von dir. Alle Bewertungen führen weg von dir. Komm zu dir und schau, wie du bist. Alles, was du findest, ist wertvoll. Alles ist von einer geheimnisvollen Schönheit. Wenn dir etwas nicht gefällt, dann weil du es negativ bewertest, weil du seinen Wert und seine Schönheit nicht erkennst, weil du seinen Sinn nicht verstehst.

Erkenne dich selbst. Erkenne deine einzigartige Schönheit. Dann erst liebst du dich.

__________________________________________________________

*Der Text "Ego und Selbstliebe" wurde von
http://www.leben-im-einklang.de
übernommen*




Für den Fall, dass jemand noch Zweifel haben sollte, wer da was dagegen hat, hier ein Zitat:

»Ein bloßer Gedanke der Selbstliebe genügt, um unzählige andere wertvolle Gedanken für immer zu zerstören.«
Papst Johannes XXIII





Diese Worte schrieb Charlie Chaplin
an seinem 70. Geburtstag
am 16. April 1959

*

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für mich sind,
gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man
“AUTENTHISCH-SEIN”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
wie sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich, das nennt man
“SELBSTACHTUNG”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört
mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, dass nennt man
“REIFE”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und das alles, was geschieht, richtig ist
- von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, as nennt sich
“SELBSTACHTUNG”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe aufgehört,
weiter grandiose Projekte
für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude bereitet,
was ich liebe
und mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise
und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man
“EHRLICHKEIT”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das “GESUNDEN EGOISMUS”
aber heute weiß ich, das ist “SELBSTLIEBE”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt,
das nennt man “EINFACH-SEIN”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert,
weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen,
jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick,
wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es
“VOLLKOMMENHEIT”.

Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
da erkannte ich,
dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann,
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich heute
“HERZENSWEISHEIT”.

Wir brauchen uns nicht weiter
vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen
mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen
manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich,
DAS IST das Leben! ..





Selbstliebe und der Drang zum Beherrschen
Diplompsychologe sprach über Narzissmus und Macht
VON LEO ERNSTBERGER Gräfelfing - "Narzissmus und Macht - psychologische
Störungen in der Politik" lautete das Thema eines Vortrags für die Literarische
Gesellschaft Gräfelfing im Bürgerhaus. Referent war der Diplompsychologe und
Psychoanalytiker Dr. Hans-Jürgen Wirth, der in seiner Praxis in Gießen und als
Privatdozent an der Universität Bremen arbeitet.
Das mit Schuld und Strafe besetzte Thema bedarf einer Erinnerung an die antiken
sagenhaften Ursprünge: Schuld und Strafe betreffen die Bergnymphe Echo, die
von Hera wegen Begünstigung der Liebschaften des Zeus in ihrer Sprache
beschnitten wurde und der nur noch das letzte Wort blieb, das sie hörte. Bestraft
wurde auch Narzissus, der schöne Jüngling, weil er Echos Liebe verschmähte. Er
verging vor Sehnsucht nach seinem eigenen Bild im Wasser und wurde in eine
Narzisse verwandelt. Sigmund Freud deutet dies als Rückfall gehemmter Triebe
auf unreife Formen ihrer Befriedigung. Literarisch führt Hermann Hesse mit seiner
Erzählung "Narziss und Goldmund" zum Thema. Der mittelalterliche Klosterschüler
Narziss beschreibt im Sinne von Hans-Jürgen Wirth den Narzissmus: "Es ist die
Eigenschaft, dass ich ein Gefühl für die Art und Bestimmung der Menschen habe,
nicht nur für meine eigene, auch für die der anderen. Diese Eigenschaft zwingt
mich, den anderen dadurch zu dienen, dass ich sie beherrsche. Wäre ich nicht
zum Klosterleben geboren, so würde ich Richter oder Staatsmann werden
müssen."
Wie politisches Herrschen und Narzissmus eng verflochten sind, legte Hans-
Jürgen Wirth in seinem Vortrag breit gefächert dar. Macht als schillerndes
Phänomen bewegt sich im unauflöslichen Spannungsfeld zwischen Selbstliebe
und der Absicht, dem Wohl der Menschheit zu dienen. Dies, so der Referent,
schaffe Abstufungen des Narzissmus von der gesunden Objektbeziehung zur
egoistischen Ichbezogenheit. Überzeugend konnte klargestellt werden, wie
Eigenliebe der Mächtigen auf Bestätigung angewiesen ist, und wie bei fehlender
Anerkennung die narzisstische Wut des Mächtigen wächst. Er überspannt den
Bogen und scheitert.
Terrorismus ist Narzissmus
Der 11. September 2001, als Ereignis, das die Welt verändert, veranlasste Dr.
Wirth im Anschluss zu einer Psychoanalyse des Terrorismus. Terroristen seien
Fanatiker, die alle Gefühle abgetötet haben und im Kollektiv, dem sie sich
untergeordnet glauben, als eine Art von Sklaven wirken. Die Hingabe an Ideen,
ohne eigene Liebesfähigkeit, mache den Terroristen zur stark narzisstischen
Persönlichkeit. Wie diese, etwa bei den Palästinensern, von einer überwertigen
Idee vom Jenseits, von Körperfeindlichkeit, Angst vor der Frau und einer
Überhöhung der Männer begleitet wird, konnte der Referent überzeugend
vermitteln: Der Heilige Krieg soll das Böse vernichten. Die Terroristen-Suizide
erscheinen als Ausdruck einer "kollektiven narzisstischen Kränkung".
So betrachtet Wirth die Amerikaner als kollektiv traumatisiert, weil sie einem für
unmöglich gehaltenen Inferno hilflos zusehen mussten. Und wenn der Irak-Krieg
als narzisstisch begründet aufzufassen ist, sieht Wirth in den Ereignissen dennoch
eine Chance für eine gerechtere Welt: "Der 11. September könnte ein Anlass sein,
die Globalisierung der Weltmärkte zu ergänzen durch eine Globalisierung der Ethik
und des menschlichen Mitgefühls."
Dieser positive Ausblick ist auch nachzulesen in dem Buch von Hans-Jürgen Wirth
"Narzissmus und Macht - Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik";
Psychosozial-Verlag.
mm 25.09.2003

Narzissmus und Macht




Ein Gast-Kommentar zum Thema:
"Zwischen Selbstliebe und Ego-Wahn: Narzissmus ist das schlimm?"

Sind wir nicht alle Narzissten? Klar, jeder freut sich über Lob und Anerkennung! Bereits im Kindesalter fängt es an: Ein Kleinkind präsentiert stolz seine Krakelzeichnung in der Hoffnung dafür gelobt zu werden! Ein Teenager probiert sein erstes Makeup, um die Annerkennung des anderen Geschlechts zu erhalten! Alles noch normal. Ab wann ist Narzissmus krankhaft? Sicher dann, wenn das ganze Streben und Handeln nur noch darauf ausgelegt ist, von anderen bewundert zu werden! So wie im Fall der Rosabell K., deren Lebensgeschichte im Buch "Kirschblütentraum" beschrieben wird. Von Kindheit an fehlte ihr die natürliche Zuwendung und Anerkennung ihrer Familie. Bereits als sechsjährige wurde sie für die Pflege des Vaters verantwortlich. Das Lob der Mutter erhielt Rosabell dafür nur im Beisein dritter. Dann hieß es: Meine Tochter ist prima, die schafft alles! Das spornte Rosabell an, noch mehr für andere zu tun, sie wollte doch die Liebe der Mutter spüren! Die hatte allerdings nie Zeit für ihr Kind. Später, als Rosabell älter war, suchte sie unbewusst in ihren Beziehungen Männer aus, für die sie Sorgen, deren Leben sie organisieren konnte. Immer in der Hoffnung geliebt zu werden! Ihre eigenen Bedürfnisse wurde minimiert auf dieses eine Ziel. Als sie merkte, dass sie, egal was sie unternahm, niemals um ihrer selbst willen geliebt wurde, brach sie zusammen und kam in die Psychiatrie: destruktiver Narzissmus! Das Krankheitsbild manifestierte sich über viele Jahrzehnte und manch einer von uns, dem ähnliches widerfährt, muss Acht geben! Der Grad zwischen Normalität und Krankheit ist sehr schmal. Wie viele strebsame Väter, die Überstunden schieben, sogar Nächte im Büro verbringen, sich verausgaben, damit es Frau und Kindern gut geht, aber nie Zeit mit ihrer Familie verbringen, tun das nur aus einem Grund: Anerkennung und Ehre zu erhalten!? Wie viele "Workaholics" brauchen eine Therapie? Nicht jeder, der Ehrenämter übernimmt, in seinem Verein die treibende Kraft ist, jede Aufgabe willig ausführt, ist krank! Dennoch ist auffallend, das besonders eine Generation betroffen ist, nämlich die, denen in Kindertagen die Zuwendung und Aufmerksam der Eltern fehlte! Die "Schlüsselkinder" der sechziger und siebziger Jahre, die schon früh selbstständig werden und Verantwortung übernehmen mussten, sind besonders gefährdet an einer schweren Persönlichkeitsstörung zu erkranken. Deshalb, liebe Eltern, vergesst Eure Kinder nicht! Gott gebe Euch die Kraft sie zu lieben!

Babs Hufschmidt www.kirschbluetentraum2004.de.vu



Dies ist ein Gast-Kommentar zum Report "Zwischen Selbstliebe und Ego-Wahn: Narzissmus ist das schlimm?"





Kein Wunder, dass Selbstliebe so schwierig erscheint, bei den vielen Aussagen!
.....Bei dem »wie dich selbst« geht es um die Frage der Selbstliebe. Selbstliebe sei wichtig, ja sogar geboten. In der römisch-katholischen Auslegungstradition war dies unumstritten. Freilich bezog man dies Gebot nicht einfach auf das naturhafte Ich, das bloße Ego, sondern auf das von Gott begnadete Ich. Nach Augustinus gibt es eine vierfache Rangordnung der Liebe: Zuoberst steht die Liebe des Menschen zu Gott, dann folgt die Liebe zu sich selbst, danach kommt die zum Nächsten und schließlich die zum eigenen Leib.

Das blieb auf protestantischer Seite nicht unwidersprochen. Gegen alles »törichte Geschwätz auf der Sorbonne« hielt Calvin zu unserem Vers fest, »daß Mose die Menschen gerade vor übergroßer Selbstsucht heilen wollte« und darum »den Nächsten mit uns auf die gleiche Stufe stellte«. Erfasste also »wie dich selbst« als Hinweis auf die sündige Eigenliebe auf, die uns Menschen voneinander trennt. Auch nach Luther wird in dem »wie dich selbst« nicht die Selbstliebe geboten, sondern als sündige Liebe entlarvt, als die Liebe, mit der der Mensch bei sich selbst bleibt, ganz in sich verkrümmt und der Selbstliebe zugewandt ist.

Nach den Reformatoren ist Selbstliebe also gerade die Haltung des sündigen Menschen, ja der Inbegriff der Sünde. Dass diese protestantische Selbstverneinung krank machen kann, darauf haben in unserer Zeit Psychologen und feministische Theologinnen aufmerksam gemacht und gefordert, Selbstliebe und Selbstsucht zu unterscheiden. Die Bejahung des eigenen Lebens, des eigenen Glücks und Wachstums und der eigenen Freiheit gehört gerade zur Liebesfähigkeit des Menschen. Besitzgierige Selbstsucht hingegen kann umgekehrt geradezu die Folge davon sein, dass es an Selbstliebe fehlt.

Wir sehen, mit dem uns vertrauten »wie dich selbst« lassen sich viele unterschiedliche, sogar einander entgegengesetzte Standpunkte vertreten.

Auf eine andere Spur führt uns der hebräische Urtext weahavta lereacha kamocha. kamocha, eine Reihe jüdischer Bibelausleger übersetzen das mit »denn er ist wie du«.

Er, der Nächste, der Fremde, ist wie du. Geht das, obwohl die Ausprägungen unseres menschlichen Lebens so mannigfaltig sind? Wenn wir nach außen wie innen so verschieden sind, worin sind wir gleich? Wie ist das mit dem »Wie du«, damals und heute? Wie ist das mit dieser Identität des »wie du«? Zwang zur Identität, dem alles Differente geopfert wird? So wie bei der Forderung nach einer Leitkultur oder gar der deutschen Leitkultur, wenn das Differente dem vermeintlich Identischen unterworfen wird, weil der/die Andere als fremd und bedrohlich empfunden wird?..........
»... denn er ist wie du ...«




Wir alle wollen von Anderen geliebt werden. Aber solange wir uns selbst nicht lieben, achten und respektieren wird das nicht wirklich funktionieren. Daher heißt der erste Schritt zu echtem Selbstvertrauen und auch zur wahren Liebe: "Ich liebe mich selbst". Ich habe als Psychologin aber auch im privaten Kreis festgestellt, daß die meisten Menschen sich nicht wirklich lieben. Selbsthass, Abwertung der eigenen Person, Minderwertigkeitskomplexe, diffuse Schuldgefühle und eine tiefverwurzelte Gewissheit von "Ich bin irgendwie nicht gut genug". zeigen einen tiefen Mangel an Herzenswärme für sich selbst. Diese Gefühle entstehen in der Kindheit und überschatten unerkannt oft unser ganzes privates und berufliches Leben. Sich selbst zu lieben bedeutet nicht, übertrieben egoistisch zu sein, sondern ein Gefühl für den eigenen Wert und gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln.

Beantworten Sie sich in einer stillen Stunde einmal folgende Fragen: Habe ich mir in meinem bisherigen Leben genug Liebe, Fürsorge und Respekt zukommen lassen? Waren immer nur die Bedürfnisse Anderer wichtig ? Habe ich mich selbst seelisch gequält durch übertriebenen Perfektionismus, negative Gedanken, Zweifel und Ängste? Habe ich meinen Körper misshandelt durch falsche Eßgewohnheiten, mangelnde Bewegung, zu wenig Ruhe, zuviel Alkohol und Nikotin? War ich überzeugt, daß man Gefühle wie Wut, Hass, Angst und Trauer „hinunterschlucken" muss um akzeptiert zu werden? Habe ich zugelassen, dass Andere mich ausnutzen, demütigen, terrorisieren oder schlagen? Verzichte ich bei Konflikten darauf meine eigene Meinung zu sagen, weil ich Angst vor Streit habe? Baue ich Stress durch Entspannungstraining ab oder schade ich meinem Körper durch noch mehr Essen, Nikotin, Alkohol oder Beruhigungsmittel? Ist meine Partnerschaft im Großen in Ordnung oder werde ich gerade dort zu oft gekränkt?

Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen geht es darum, zu folgender Haltung zu kommen: Egal wie es bisher war: ICH BIN KEIN OPFER. ICH ÜBERNEHME AB JETZT FÜR MICH DIE VERANTWORTUNG.
Viele von uns warten, bis der berühmte Reiter auf seinem weißen oder schwarzen Pferd kommt und uns vor all unseren Problemen rettet. Aber der Schmerz in unserem Leben wird nicht durch einen anderen beendet, sondern nur durch uns selbst. Wenn ich mich liebe weiß ich, dass es in meiner Macht liegt, mich selbst zu retten. Jeder von uns hat die Kraft, sein Leben zum Besseren zu verändern, auch wenn wir uns momentan schwach, hilflos und ausgeliefert fühlen. Wie bedrückend die jeweiligen Lebensumstände auch sein mögen, wir können immer etwas tun, um eine Änderung zum Besseren herbeizuführen. Der erste Schritt dazu heißt: Sich selbst lieben.
Wenn ich mich liebe bringe ich mir Achtung und Respekt entgegen, nehme meine Bedürfnisse ernst, höre auf die Sprache meines Körpers und verdränge weder Gefühle noch Probleme. Ich setze vernünftige Grenzen, quäle mich nicht unnötig mit negativen Gedanken und muss andere nicht zwanghaft kontrollieren um mein Selbstwertgefühl aufzupolieren. Ich lasse selbstschädigende Gewohnheiten los und entwickle die Einstellung: "Was ich fühle, denke und sage zählt. Ich bin wichtig!"

Wir wissen dann, dass wir das Beste verdienen und erlauben anderen nicht mehr, uns immer weiter weh zu tun.

Einer der wichtigsten Schritte zur Selbstliebe besteht darin, sich alten Schmerzen zu stellen. Die meisten von uns haben bereits in der Kindheit viel emotionales Leid erfahren. Nicht weil die Eltern uns absichtlich Böses zufügen wollten (obwohl natürlich auch das möglich ist), sondern weil sie aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage waren Liebe, Zuwendung, Geborgenheit und Zärtlichkeit zu geben. Auch Trennungssituationen, seelische Vernachlässigung, sexueller Missbrauch oder andere Schockerlebnisse können solche Spuren hinterlassen, dass in dem Kind ein tiefes Gefühl von Minderwertigkeit entsteht. Wir wachsen auf und wieder fügen andere uns Schmerzen zu. Wir werden verlassen, ungerecht behandelt, oder betrogen. Und immer wieder scheint das Szenario sich zu wiederholen. Aus scheinbar unerfindlichen Gründen erleben wir erneut die gleichen Dramen, wählen Partner, die uns schlecht behandeln und sehen keine Möglichkeit, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Das Zauberwort, das Alles ändert heißt "Selbstliebe". Wenn Sie beginnen, sich mehr zu lieben wissen Sie instinktiv, dass alte, nicht verarbeitete Schmerzen, eine zerstörerische Wirkung auf Ihr Leben haben. Jede Verletzung aus der Vergangenheit, die als "Leiche im Keller" liegt, kann daran schuld sein, dass Partnerschaften nicht funktionieren, das Berufsleben unbefriedigend ist und Dauergroll das psychische Klima vergiftet. Denn ungelöste Probleme und verdrängte Gefühle sind Dauerstress für Seele und Körper. Als Fortgeschrittener in Sachen Selbstliebe werden Sie aus diesem Grund brennendes Interesse daran entwickeln, diese Leichen herauszuholen und sie im Licht des Tages zu betrachten. Vielleicht ist es nötig, sich jahrelang unterdrückten Hass einzugestehen, furchtbare Ängste zuzulassen und so Möglichkeiten zu einer positiven Veränderung zu schaffen. Erst wenn ich "ja" sage zu meinen seelischen Wunden und den dazugehörigen Schmerz akzeptiere, bin ich frei.

Zur Selbstliebe gehört auch, den eigenen Gedanken Aufmerksamkeit zu schenken. Was wir denken beeinflusst das Wohlbefinden, die Beziehung zu anderen Menschen und auch unsere Gesundheit. Es scheint unglaublich, dass unser tägliches Denken solche Macht hat. Aber es gibt einen Zusammenhang, der diese Wirkung der Psyche auf den Körper erklärt: Ein Gedanke erzeugt ein Gefühl. Und dieses Gefühl wirkt direkt auf das Immunsystem und die einzelnen Organe. Vielleicht haben Sie selbst manchmal instinktiv folgende Ausdrücke verwendet: "Die Geschichte liegt mir im Magen", "Das ist mir wirklich an die Nieren gegangen", oder "Ich war so verletzt, ich dachte mir bricht das Herz". Überprüfen Sie einmal Überzeugungen, die Sie in wichtigen Lebensbereichen wie Liebe, Partnerschaft, Sexualität, Beruf, Glück Gesundheit, Geld, und Erfolg haben. Machen diese Überzeugungen Sie stark und mutig oder hilflos und schwach? Helfen Ihnen Ihre grundlegenden Wertvorstellungen und täglichen Gedanken das Leben besser zu meistern oder sind sie voller Einschränkungen und Negativität?

Vergessen Sie nie: S i e bestimmen, was Sie über eine Sache denken. Das berühmte Glas Wasser ist immer entweder halb voll oder halb leer. Es kommt darauf an, wofür Sie sich entscheiden. Früher haben vielleicht die Eltern oder wichtige Bezugspersonen festgelegt, wie Sie zu denken haben. Heute sind Sie der Herr/die Frau im Haus. ......
Dieser Artikel ist erschienen in GESUNDHEIT 6/2000
DIE KUNST SICH SELBST ZU LIEBEN




Seit ewiger Zeit reden sie uns ein, Geld sei Wert und Sex sei Liebe und wir müssten Wert und Liebe verdienen. Welch eine Lüge! Selbstwert und Selbstliebe sind gegeben. Sie verdienen zu wollen, ist Energieverschwendung. Es funktioniert nicht!

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